{rezension} Maresi - Das Lied der Insel 1

Autor: Maria Turtschaninoff
Verlag: Heyne
Einband: Paperback // Seiten: 240
ISBN: 978-3-453-31699-7
Erschienen: 05.2016

Reihe: Das Lied der Insel
(1) Maresi (2) Naondel (?)

Vielen Dank an Wanderbuch-Rezensionen für das Leseexemplar!



Inhalt


In einer Welt, in der Mädchen keine Rechte haben, erscheint eine Insel, auf der nur Frauen leben und dort die Mythen der Göttin studieren, wie ein Märchen. Für die junge Maresi ist dieser Traum Wirklichkeit geworden: Sie ist bereits seit vier Jahren als Novizin auf der Insel und damit in Sicherheit. Bis eines Tages Jai – helles, wildes Haar, vor Schmutz starrende Kleider und Narben auf dem Rücken – einem Boot entsteigt. Sie sucht Schutz vor schrecklicher Gefahr und unvorstellbarer Grausamkeit. Doch als Jais Verfolger in der Roten Abtei auftauchen, muss Maresi über sich selbst hinauswachsen, um sich, Jai und ihr Zuhause zu retten ...


Meine Meinung


Als ich Maresi in der Wanderbuchvorstellung sah, wusste ich sofort, das will ich lesen. Für das Buch brauchte ich auch nicht lange – ein Nachmittag mit längeren Unterbrechung. Denn leider konnte ich das Buch ohne Probleme aus der Hand legen.

Es beginnt mit einleitenden Worten von Maresi, die erklärt, dass sie Geschehenes für die Klosterchronik aufschreiben will. Und genauso liest es sich leider auch. Es ist „trocken“. Keine Ausschmückungen, kaum Gefühle und keine Spannung. Die ersten 120 Seiten wird das Klosterleben erklärt und in Miniabsätzen erfährt man das Wichtigste über die Personen. Alles aber in einem beschreibenden Stil, der es zwar schön verdeutlicht, aber bei mir keinen wirklichen Lesespaß wecken konnte. Teilweise habe ich die Seiten überflogen, bis wieder etwas über Jai oder Maresis Berufung kam. Der Teil der Geschichte, der wirklich spannend hätte werden können, wurde auf 80 Seiten beschrieben und konnte mich auch nicht wirklich fesseln. Was vielleicht auch daran lag, dass ich in der ersten Hälfte des Buches keinen Zugang zu den Personen fand.

Maresi ist eigentlich ein interessanter Charakter und auch Jai hätte interessant sein können. Aber da die Geschichte so distanziert geschrieben wird und da es aus Maresis Sicht geschrieben wird, können wir als Leser auch nur erfahren, was Maresi weiß. Das fand ich richtig schade. Ja, zu einer Chronik passt es, aber ich selbst wollte keine Chronik lesen, sondern mich von einer spannenden Geschichte mitreißen lassen. Und das konnte dieser Erzählstil leider nicht.

Zum Schluss aber noch etwas Gutes: Der Gründe, warum ich nicht abgebrochen habe. Ich fand die Darstellung der Religion sehr interessant. Die „große Göttin“, die als Jungfrau, Mutter und Alte in Erscheinung tritt, ist in so vielen alten Religionen und auch in neueren zu finden. Und da ich mich im Zuge meines Studiums mit solchen Religionen beschäftigt hatte, fand ich es interessant, welche Aspekte ich in der Geschichte wiederfinde. Auch gut fand ich die Themen, die im Buch aufgekommen sind: Tod, Freundschaft, Ziele und Wünsche im Leben, sich selbst finden. Vieles worüber man selbst auch irgendwann in seinem Leben nachdenkt.

Fazit


Maresi konnte mich nicht überzeugen. Ich hatte eine spannende Geschichte über Maresi und den Angriff auf das Kloster erwartet. Erhalten habe ich eine Geschichte, die mir keine Emotionen vermitteln konnte und bei der eine große Distanz zwischen mir und Maresi entstand.

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