{rezension} Wolfssucht

Autor: Nora Bendzko
Verlag: Selfpublish
Einband: ebook // Seiten: 132
ISBN: 978-3741895784
Erschienen: 05.2016
Altersempfehlung: ab 16

Reihe:Galgenmärchen
(1) Wolfssucht (2) Kindsräuber (3) Kindsräuber



Klappentext

Irina musste als Kind mit ansehen, wie ihre Schwester Leonore ermordet wurde. Nur weil Skandar, der Sohn des Jägers, sie beschützte, ist Irina noch am Leben. Selbst als Erwachsene verfolgen sie die Bilder des brutalen Mordes. In ihrem Dorf fühlt sie sich ausgestoßen. Hinter ihrem Rücken nennt man sie verflucht. Allein Skandar will Irina für sich gewinnen. Als er sein Ziel nicht erreicht, schlägt seine Zuneigung in Gewalt um. Irina muss fliehen. Doch »es« lauert immer noch da draußen. Im finsteren Wald. Leonores Mörder hat Irina nicht vergessen. Ihre erneute Begegnung setzt blutige Ereignisse in Gang, die das ganze Dorf ins Verderben zu reißen drohen …

Eine dunkelfantastische Novelle zur Zeit des 30-jährigen Krieges, angelehnt an das bekannte Märchen der Brüder Grimm: »Rotkäppchen«. 


Meine Meinung


Nora Bendzko entführt einen mit Wolfssucht in die grausame Zeit des 30-jährigen Krieges, in der nicht nur die mordenden Soldaten eine Gefahr darstellen, sondern auch eine Bestie im Wald – und die Dorfbewohner selbst. Denn Angst, fanatischer Glaube und zurückgewiesene "Liebe" kann das schlechteste im Menschen zum Vorschein bringen wie unsere Protagonistin Irina erfahren muss.

Irina tat mir die ganze Geschichte lang leid. Nicht nur, dass sie ihre Familie verlor und zusehen musste, wie eine Bestie ihre Schwester schändet und ermordet, sie wird deswegen auch noch von den Dorfbewohnern gemieden. Allein Skandar, dessen Nähe sie gar nicht will, will ihr Herz gewinnen und kann leider kein Nein akzeptieren. Aber nicht nur Skandar und das für mich grausame Verhalten der Großmutter treiben Irina in die Nähe des Abgrunds, auch die Dorfbewohner tun ihr Übriges dazu.

Die Geschichte fängt schon düster mit Mord und grausamer Gewalt an, wird aber von Seite zu Seite düsterer. Nicht nur körperliche Gewalt ist in dieser Novelle zu finden, sondern auch seelische. Irinas Verhalten gegenüber der Bestie konnte ich nachvollziehen, wenn ich bedenke, dass sie die damaligen Erlebnisse nie richtig verarbeiten konnte und immer noch traumatisiert ist. Dass sie Außenseiterin im Dorf ist und keine Bezugsperson hat, spielt da sicher auch noch eine Rolle.

Der Schreibstil der Autorin ist so wie ich es bei einer düsteren Neuinterpretation eines Märchens erwartet habe. Die Sprache ist klar und deutlich. Gewalttaten werden benannt und erzeugten bei mir auch ohne allzu genaue Beschreibung Bilder im Kopf. Es wird sich auf das wichtigste konzentriert und keine großen Abschweifungen vorgenommen. Trotzdem konnte ich die wichtigsten Charakterzüge der auftretenden Personen erkennen und vor allem Irinas Schmerz und Leid sowie ihre Beweggründe nachvollziehen. Zum Ende hin überraschte mich die Autorin nochmal mit der Auflösung der Geschichte, die ich so ganz sicher nicht erwartet hatte und nochmal den ganzen Schrecken der Story enthüllt, der so viel früher seinen Anfang nahm.


Fazit


Mit Wolfssucht zeigt uns Nora Bendzko eine düstere Novelle angelehnt an das Rotkäppchen, in dem Wolf und Mädchen Opfer anderer sind und sich die Geschehnisse immer weiter zuspitzen bis es im Ende seinen grausamen Höhepunkt findet.

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